Mittelmeererkrankungen

 

Da Sie sich für einen Hund aus dem Mittelmeerraum entschieden haben, besteht leider auch häufig die Chance einer Erkrankung durch eine der hier noch häufig unbekannten Mittelmeererkrankungen (Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilariose, Anaplasmose, Hepatozonoose). Natürlich ist Ihr Liebling vor der Vermittlung durch unseren Verein bei Parasitus Ex getestet worden. In einigen Fällen empfehlen wir, die Werte regelmäßig nachtesten zu lassen; bei anderen steht schon recht schnell fest, dass der Hund leider an einer der Erkrankungen leidet. Um nicht völlig ohne Hintergrundwissen ein Leben mit einem solchen Vierbeiner einzugehen, haben wir Ihnen hier einige Informationen zu den häufigsten Erkrankungen zusammengestellt. Bitte bedenken Sie, dass mit der richtigen Behandlung gute Heilungs- bzw. Besserungschancen bestehen und diese Krankheiten auf keinen Fall ein Todesurteil bedeuten. Auf den nachfolgenden Seiten haben wir Ihnen das Wichtigste zusammengefasst. Wir sind jederzeit bei Rückfragen für Sie da. Außerdem empfehlen wir die Seiten von Parasitus Ex e.V. (www.parasitosen.de) und die Seite der Insel Hunde (www.inselhunde.de) für genauere Informationen.

 

Leishmaniose

 

Erreger:

Leishmania infantum


Überträger:

Sandmücken der Gattung Phlebotomus

 

Symptome:

Beginn meist unspezifisch: Anämie, Apathie, Lethargie, Appetitlosigkeit, Abmagerung etc. Später: Einreißen der Ohrränder, Hautläsionen, Dermatitis, verstärktes Krallenwachstum etc.

 

Behandlung:

Wir haben bisher gute Erfahrungen mit dem Prophylaxepräparat CaniLeish® gemacht. Gerne klären wir Sie darüber auf. Ansonsten wird z.B. Allopurinol (ein bekanntes Human-Präparat bei Gicht) im Kampf gegen die Leishmaniose benutzt. Zudem sollte das Immunsystem des Hundes gestärkt werden. Ein reisekrankheitenerfahrener Tierarzt sollte Ihnen da gut zur Seite stehen können und Sie über weitere Möglichkeiten beraten können.

 

Heilungschancen:

Beim Menschen ist die Leishmaniose heilbar, doch beim Hund leider nicht. Dennoch ist sie mit den richtigen Medikamenten gut unter Kontrolle zu kriegen. Die richtige Behandlung kann einem Hund durchaus einige schöne und beschwerdefreie Jahre schenken.

 

Ansteckung:

Die Übertragung auf den Menschen ist nur durch den Stich der Schmetterlingsmücke möglich.

Eine Übertragung ohne die Mücke ist theoretisch möglich, wurde aber bisher nie nachgewiesen!

Nicht jeder Hund, der durch einen Stich der Sandmücke mit Leishmanien infiziert wird, erkrankt auch tatsächlich. Ob die Leishmaniose ausbricht, hängt vom Immunsystem des Tieres ab.

 

 

Babesiose

 

Erreger:

Babesia Canis und Babesia Vogeli


Überträger:

Zecken der Gattung Ixodes - Braune Hundezecke, Auwaldzecke

 

Symptome:

Die Symptomatik ähnelt in mancher Hinsicht der der Malaria. Anzeichen der Babesiose sind z.B. Anämie, Hämoglobinurie, Fieber bis 42°C, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Blutungsneigung, Ikterus, Gastritis, Milz- und Lebervergrößerung, Bewegungsstörungen, epileptische Anfälle etc.

 

Behandlung:

Imidocarb-Dipropionat (Carbesia®), alternativ Imizol®

 

Heilungschancen:

Die Babesiose ist sehr gut behandelbar und heilbar.

 

 

Ehrlichiose

 

 

Erreger:

Ehrlichia Canis

 

Überträger:

Zecken der Gattung Dermacentor reticulatus und Rhipicephalus sanguineus (Vorkommen in Süd- und Mitteleuropa) - Braune Hundezecke

 

Symptome:

Schwäche, Blutungsneigung, hohes Fieber, Gelenkbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, rezidivierendes Nasenbluten, eitriger Nasenausfluss, Atemnot, Schwellung der Lymphen, Abmagerung, Krampfanfälle etc.

 

Behandlung:

Die Therapie erfolgt durch Antibiotika wie Doxycyclin, Tetracyclin und Oxytetracyclin über zwei Wochen. Seropositive Tiere sollten isoliert werden.

 

Heilungschancen:

Eine unbehandelte Ehrlichiose kann infolge zunehmender ggf. über Jahre andauernder, schleichender Blutungsneigung zum Tod des Tieres führen, doch behandelt ist die Erkrankung sehr gut zu kurieren.

 

 

Hepatozoonose

 

Erreger:

Hepatozoon Canis

 

Überträger:

Zecken der Art Rhipicephalus sanguineus - Braune Hundezecke

Die Übertragung erfolgt durch das Verschlucken bzw. Zerbeißen der Zecken.

 

Symptome:

Fieber, Lethargie, Anämie, Nasen- und Augenausfluss, hämorrhagische Diarrhoe, Lymphadenopathie., Anämie, Muskelatrophie, Abmagerung, Leber- / Nierenversagen, Versteifung der Rumpf- und Nackenmuskulatur etc.

 

Behandlung:

Eine erregertötende Behandlung ist leider nicht bekannt. Dennoch können Symptome gelindert werden mit den richtigen Medikamenten und ist somit nicht direkt ein Todesurteil. Sprechen Sie Ihren Tierarzt an.

 

 

Anaplasmose

 

Erreger:

Anaplasma phagocytophilum

 

Überträger:

Zecken (Holzbock)

 

Symptome:

Abgeschlagenheit, Fieber, Fressunlust, Muskelverhärtungen, Polyarthritis mit Gelenkschmerz, Gelenkschwellungen, Lahmheit, Gewichtsverlust, Blutungsneigung, Anämie etc.

 

Behandlung:

Die Therapie erfolgt durch Antibiotika wie Doxycyclin, Tetracyclin und Oxytetracyclin über zwei bis vier Wochen und verzeichnet gute Erfolge.

 

 

 

 

Dirofilariose

 

Erreger:

Auch Herzwurmerkrankung (kardiovaskuläre Dirofilariose) genannt  - mit dem Erreger Dirofilaria immitis

 

Überträger:

In Mitteleuropa nicht heimische Stechmückenart

 

Symptome:

Die befallenen Tiere zeigen mit der Entwicklung der reifen Würmer, also erst etwa 6 Monate nach der Infektion, in Abhängigkeit vom Grad des Befalls eine reduzierte Leistungsfähigkeit. Es entwickelt sich eine Rechtsherzinsuffizienz mit Überlastung und Erweiterung der rechten Herzseite mit Atemnot, Husten und der Bildung von Ödemen etc.

 

Behandlung:

Die Behandlung der Dirofilariose ist kompliziert und trotz großer Bemühungen führt die Erkrankung leider oft zum Tode. Ihr Tierarzt kann Ihnen dort sicherlich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der Befall der Herzwürmer ist keinesfalls zu unterschätzen, dennoch lohnt es sich den Kampf gegen sie zu versuchen!




Rickettsiose


Erreger:

Ehrlichia canis (Rickettsien)


Überträger:

Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)


Symptome:

Die Symptome sind sehr unterschiedlich, charakteristisch sind Einblutungen wie sie auch bei der Ehrlichiose (ebenfalls Rickettsienerkrankung) vorkommen. Kleine Entzündungen der Lymphknoten, Hautauffälligkeiten, Haarausfall, vermehrte Schuppenbildung gehören ebenfalls zum typischen Bild. Schwere Verläufe verursachen Organschäden, massive Gewebsuntergänge, sogenannte Nekrosen und Hirnhautentzündungen, abhängig vom jeweiligen Erreger.


Behandlung:

In der Regel erfolgt die Behandlung mit einem Breitband-Antibiotikum über einen Zeitraum von wenigen Wochen, zusätzlich ist ein Immunpräparat, ggf. auch ein leberunterstützendes Präparat angezeigt.



 

 

 

 

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