Hallo, lieber zukünftiger Hundebesitzer !

Hast Du schon mal einen Hund gehabt ? Wenn nicht, solltest Du Dir vorab klarmachen, was auf Dich zukommt.

Ich frage Dich aus meiner Sicht als Hund:

1. Kannst Du konsequent sagen, was ich zu tun und zu lassen habe ? Ich als Hund verstehe am besten kurze und klare Befehle.

2. Hast Du genügend Mut, mich zurecht zu weisen, auch wenn ich Dich mal anknurre ? Ein Hund sollte nie aus Mitleid, weil er ja so ein armer Tierheimhund ist, verzärtelt werden. Dann werde ich als Hund jede Chance nutzen, um mich an die Spitze des Rudels hoch zu arbeiten. Auch solltest Du bedenken, ob Du körperlich in der Lage bist, mich zu führen, wenn ich ein großer, stattlicher Hund bin.

3. Hast Du etwas gegen meine Haare oder meinen typischen Hundegeruch ? Wenn ich dreckig bin und mich schüttele und Dich der Zwang überkommt, Dir die Hände zu waschen oder Deine Wohnung zu putzen, dann solltest Du lieber auf mich verzichten.

4. Hast Du etwas gegen Pfotenabdrücke auf dem Fußboden oder auf dem Teppich ? Bedenke, ich muß bei Wind und Wetter raus ! Stell Dir vor, daß ich Dich nachts wecke, weil ich Durchfall habe oder mir schlecht ist. Dann mußt Du ganz schnell aufstehen und mit mir rausgehen, bevor das Malheur in der Wohnung passiert. Und ist das passiert, darfst Du nicht mit mir schimpfen, denn schon Minuten später habe ich das kleine Problem vergessen und weiß nicht mehr, warum Du mit mir schimpfst.

5. Denke daran, daß Deine Wohnung nie wieder so sauber sein wird wie früher. Man wird meine Haare überall finden !

6. Denke auch daran, wieviel Zeit Du für mich opfern mußt ! Du brauchst Zeit, um mich zu erziehen und mit mir spazieren zu gehen.

7. Bist Du bereit, eine Hundeschule zu besuchen oder einen Hundetrainer zu engagieren, wenn Probleme zwischen uns auftreten ? Für mich ist es ganz schlimm, wenn ich bei der ersten Unstimmigkeit wieder aus meinem neuen Zuhause weg muß und für die Tierschützer auch.

8. Überlege Dir genau, ob Du Deinen Urlaub mit mir verbringen möchtest und was passiert, wenn Du krank bist ? Hast Du Familie und/oder Freunde, die mich dann genau so gut betreuen können wie Du ?

9. Wenn Du zur Miete wohnst: ist Hundehaltung erlaubt ? Stell das bitte auf jeden Fall klar und laß Dir von Deinem Vermieter eine Hundehalteerlaubnis ausstellen.

10. Hast Du genügend Geld, alle anfallenden Kosten zu bestreiten, die mit der Hundehaltung einhergehen ? Hundesteuer, Haftpflichtversicherung, Futter, Tierarztkosten - und auch unvorhergesehen hohe Tierarztkosten, wenn ich vielleicht einmal schwer krank oder verletzt bin ?

11. Wenn ich ein Hund bin, der über 40 cm hoch ist und/oder mehr als 20 kg wiegt, mußt Du in NRW einen Sachkundenachweis erbringen. Auch darüber solltest Du Dir im Klaren sein. Schau mal unter http://www.tieraerztekammer-nordrhein.de/allgemeine-informationen-kammer-und-versorgungswerk/sachkundebescheinigungen-lhundg/96-sachkundebescheinigung. Aber keine Angst: es gibt viele Tierärzte, bei denen Du diesen Sachkundenachweis erbringen kannst. Ohne Probleme in der Tierarztpraxis. Unser Verein hat auch so eine Tierärztin, die den Sachkundenachweis bescheinigen darf.

12. Zum Schluß gebe ich Dir zu bedenken: ich bin ein Hund, der nichts Schönes im Leben erlebt hat, ich habe in Dreck und Elend und teilweise in Angst und Schrecken leben müssen. Alles ist neu für mich und ich muß unendlich viel mehr Dinge (kennen-)lernen als ein Hund, der in Deutschland behütet und geborgen aufgewachsen ist: schenke mir bitte Deine Zeit, Deine Geduld und Deine Liebe, um mich in mein neues Hundeleben einzufinden und gib nicht so schnell auf. Ich werde mir alle Mühe geben, es Dir recht zu machen, aber vielleicht brauche ich etwas länger dafür als Hunde, die nie solches Elend kennengelernt haben wie ich - ein Auslandshund.

 

Wenn Du alle diese Fragen im positiven Sinne beantworten kannst und Dir über alles im Klaren bist, was auf Dich zukommt, wenn Du mich adoptierst, darfst Du Dich gerne für mich melden !

 

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